Musisches Profil

Karl ValentinKunst ist schön,
macht aber viel Arbeit!
Karl Valentin
Foto: Willy Pragher
Deutsche Digitale Bibliothek
 
 

Seit vielen Jahren ist der musische Schwerpunkt, der sich gleichermaßen auf den Unterricht selbst wie auf außerunterrichtliche Aktivitäten in vielerlei Gestalt auswirkt, ein zentrales Element im Selbstverständnis der AEO.

Er stützt sich auf die Einsicht, dass musisches Handeln für den individuellen Reifungsprozess von Kindern und Jugendlichen als ganzheitlicher Ausgleich zur weitgehend kognitiven Orientierung unseres Bildungssystems von grundlegender Bedeutung ist. Es trägt maßgeblich zur Entwicklung entscheidender Schlüsselqualifikationen wie Kreativität, Gestaltungsvermögen, Selbständigkeit bei. Darüber hinaus fördert musische Betätigung Kommunikations- und Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und Leistungsbereitschaft. Diese und viele andere Kompetenzen, die gleichzeitig „Hand, Herz und Hirn“ beanspruchen, werden in besonderem Maße durch musisch betonte Aktivitäten gefordert und gefördert und kommen den SchülerInnen sowohl im späteren Studium oder in der Berufsausbildung zugute als auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, ermöglichen sie doch eine erfüllte, sinnvolle und produktive Freizeitgestaltung und verständige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Besonders die Unterrichtsfächer Bildende Kunst/Werken, Darstellendes Spiel und Musik tragen diesen Schwerpunkt, aber auch Deutsch, die Fremdsprachen, Philosophie, Psychologie und Sport; im weiteren Sinn sind aber auch alle anderen Unterrichtsfächer in dieses Konzept einbezogen und von ihm betroffen.

Eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften, eine intensive Teilnahme an dem gewaltigen Angebot an musischen Veranstaltungen, die Berlin und seine nähere und weitere Umgebung bieten, bis hin zu den Höhepunkten musischer Aktivitäten der AEO selbst wie Konzert-, Theater- und Musicalaufführungen, Kunstausstellungen, Lesungen, Gespräche mit KünstlerInnen und Diskussionen umschreiben den weiten Horizont musisch betonter Ereignisse in und neben dem Unterricht.

Nach einem Beschluss der Schulkonferenz ist ab dem Schuljahr 2015/16 die Teilnahme in Klasse 7 und 8 (hier erst ab Schuljahr 2016/17) an einer einstündigen musischen AG für alle Schüler/innen der Regelklassen verbindlich, für die Schüler/innen der SESB-Klassen optional erwünscht. Wir stärken damit das musische Profil unserer Schule, da wir überzeugt sind, dass sich eine klassenübergreifende musische Betätigung für die Entwicklung sozialer und künstlerischer Kompetenzen positiv auf die Entwicklung auswirkt. Aus folgenden Angeboten kann eine AG, die in der Regel fest in den Stundenplan integriert ist, ausgewählt werden: Chor, Vororchester, Bigband, Gitarren-AG, Percussion-AG, Bläserklasse, Darstellendes Spiel (deutsch und italienisch), Kunst, Veranstaltunstechnik, Kreatives Schreiben, Bühnenbau

Darstellung des Erreichten

Unterricht

  • Musik- und Kunstunterricht in den Klassenstufen 7 und 8 zweistündig; Kunst/Werken-
    Teilung in Klassenstufe 8, Teilungsunterricht in Deutsch in Klasse 7 und/oder 8;
  • Kunstunterricht in Klasse 9 und 10 zweistündig epochal halbjährig. Musikunterricht in 9 und 10 durchgängig einstündig;
  • In den Klassen 9 und 10 Kunst und Musik als Wahlpflichtfach (ein- und/oder zweijährig, entsprechend der Nachfrage);
  • „Darstellendes Spiel“ wird in Klasse 10 als Wahlpflichtfach unterrichtet und ist
    notwendige Voraussetzung für die Wahl des Grundkurses. Besucht man diesen vier
    Semester lang, kann die 5. Prüfungskomponente im Fach „Darstellendes Spiel“ abgelegt werden
  • Zur Vorbereitung auf das Wahlpflichtfach „Darstellendes Spiel“ gibt es in den Klassen 8 und 9 Arbeitsgemeinschaften. Bei zu großem Andrang auf das Wahlpflichtfach „Darstellendes Spiel“ werden Castings veranstaltet; es können höchstens zwei Kurse eingerichtet werden.
  • Grund- und Leistungskurse in den Fächern Deutsch, Kunst und Musik; zwei- oder viersemestriger Grundkurs „Darstellendes Spiel“; Ergänzungskurs im Fach Musik zusätzlich wählbar;

Dieses Unterrichtsangebot, das deutlich über das unbedingt Notwendige und verpflichtend Anzubietende hinausgeht, bietet allen SchülerInnen überdurchschnittliche Möglichkeiten zur musischen Betätigung und bildet die Basis für die darüber hinausgehenden Aktivitäten, Arbeitsgemeinschaften und Projekte.

Außerunterrichtliche Angebote

Arbeitsgemeinschaften

Von den bis zu 30 angebotenen Arbeitsgemeinschaften sind etwa 15 bis 20 dem „musischen Schwerpunkt“ zuzuordnen: u.a. Theater (auch in Fremdsprachen), Malerei, Graphik, Bildbearbeitung, Videoschnitt, Tanz, Freies Schreiben. Inhalt und Zahl orientieren sich von Jahr zu Jahr an den Möglichkeiten der Unterrichtsverteilung und freien Kapazitäten der
KollegInnen.

Besonders hervorzuheben sind hier Umfang und Qualität bestimmter musikalischer Angebote:

  • Chöre (Chor der 7. Klassen, Schulchor, bei Bedarf Kammerchor)
  • Orchester (Vororchester, Orchester, bei Bedarf Salonorchester)
  • Big Band

Diese sieben Ensembles sind Ergebnis langjähriger Arbeit und großen Engagements aller Beteiligten; besonders die Orchester und die Big Band beruhen - über die durch die Schule organisierte Unterstützung hinaus - auf dem Einsatz der Familien, die den Instrumentalunterricht (in der Regel seit vielen Jahren) ermöglicht haben. Erst durch die Chance, auch SchülerInnen mit entsprechenden instrumentalen Fähigkeiten in die 7. Klassen aufzunehmen, haben die Orchester und die Big Band in den letzten Jahren das Qualitätsniveau erreichen können, das z. B. in den Musical-Aufführungen und auswärtigen Konzerten immer wieder deutlich wird. Anteil daran haben aber auch die Mitglieder der Licht- und Tontechnik-AG.

Schulorganisatorisch wird die Weiterentwicklung der Chöre seit einigen Jahren wirksam durch das Freihalten einer Unterrichtsstunde (Mittwoch, 1. Stunde für den Chor der 7. Klassen, Mittwoch ab der 7. Std. für den „großen“ Chor) unterstützt.

Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen

In allen sich anbietenden Bereichen nutzt die Schule intensiv alle Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen; dazu gehören in erster Linie:

  • regelmäßige Besuche besonderer Ausstellungen der Berliner Museen und Galerien;
  • Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen, wie z.B. der Architektenkammer (Architektur und Schule), dem Kunsthistorischen Institut sowie Projekte mit freien Künstlern
  • regelmäßige Kunstfahrten der Wahlpflicht-, Grund- und Leistungskurse zu Städten mit besonderen künstlerischen Attraktionen (Museen, Galerien, Bauwerken, Kunsthochschulen etc.);
  • Ausstellungen von Schülerarbeiten und Projekten des Kunstunterrichts innerhalb der Schule und in anderen Institutionen (z.B. Stilwerk, Medienforum des LISUM; Kulturforum);
  • Workshops und Projekte mit allen Berliner Theatern, Opernhäusern, Orchestern sowie
    Museen und Galerien;
  • Kooperationen mit der Musikschule Paul Hindemith Neukölln;
  • zahlreiche Theater- und Opernbesuche im Zusammenhang mit dem Fachunterricht;
  • kontinuierliche Teilnahme am „Arbeitstreffen Darstellendes Spiel“;
  • gemeinsame Projekte und Workshops mit SchülerInnen unserer Partnergymnasien in Italien, Frankreich, Polen und Tschechien;
  • Teilnahme einzelner SchülerInnen oder -gruppen bzw. Klassen an Wettbewerben.
Arbeitsbedingungen

Für Unterricht, Arbeitsgemeinschaften, vor allem aber für die Produktion von Theateraufführungen, Musicals, Konzerten, Ausstellungen usw. sind die ausgezeichneten Arbeitsbedingungen eine unerlässliche Voraussetzung.

  • Fachraumausstattung Musik mit reichhaltigem Instrumentarium zur Ausübung von Musik aller Epochen und Kulturen, darunter vier Flügel;
  • Studio mit vielfältigen Möglichkeiten zur Musikproduktion unter Verwendung aktueller Technik;
  • Aufnahme- und Band-Probenraum;
  • Verstärker- und Mikrophonanlagen;
  • Fachraumausstattung Kunst mit Computern, Beamern und Staffeleien;
  • Fotolabor und digitale Arbeitsplätze, Analog- und Digitalkameras;
  • Werkraum mit Töpferwerkstatt;
  • renovierte und technisch auf neuestem Stand ausgerüstete Aula (mit ca. 350 Plätzen);
  • zwei Fundusräume zur Lagerung der breiten Palette an Kostümen und Requisiten;
  • Möglichkeit der Nutzung der Sporthalle für Großveranstaltungen;
  • transportable Zusatzbühne;
  • gut ausgestattete, auch als Vortragsraum nutzbare Bibliothek;
  • preisgekrönte Schularchitektur (durch zahlreiche Kunstwerke namhafter KünstlerInnen ergänzt), die selbst musische Inspiration ausstrahlt, aber auch mit ihren Foyers, Treppen und vor allem dem Garten zahlreiche Gelegenheit zu Aufführungen, Ausstellungen, aber auch zur Geselligkeit bietet.
Produktionen

Für alle musischen Aktivitäten ist die Grenzüberschreitung der Beschäftigung mit sich selbst, die Präsentation des Erarbeiteten und Gestalteten für andere Menschen, das Sich- Aussetzen dem kritischen oder wohlwollenden Blick des Anderen, Kern und Ziel des eigenen Tuns. In diesem Sinne sind Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen etc. nicht Zufälliges und Beliebiges, sondern integraler Bestandteil des musischen Schwerpunkts.

Schon ein erster Besuch des Schulgebäudes verweist hierauf: In allen Gängen, in allen Foyers, in vielen Klassenzimmern sprechen die ausgestellten Ergebnisse des Kunstunterrichts eine beredte Sprache: Sie zeigen ebenso die Qualität des Unterrichts wie das Engagement und die Fähigkeiten der SchülerInnen. Dass auch empfindliche und leicht zerbrechliche Objekte Monate lang ungeschützt dem Zugriff von ca. 1150 SchülerInnen ausgesetzt bleiben können, ist ein unaufwändiges Element der Evaluation des Erfolgs dieser musischen Anstrengungen.

Vergleichbar ist dies mit dem Jubel, der nach den Musical-Aufführungen, den Weihnachtskonzerten, den Auftritten der Big Band oder nach Theateraufführungen ausbricht, Veranstaltungen, die langes und beharrliches Proben und Üben voraussetzen, die fast ausnahmslos nur dann möglich sind, wenn fächer- und jahrgangsübergreifend kooperiert wird,
die ebenso Kreativität wie auch Disziplin erfordern und damit in ganz besonderem Maß pädagogisch wertvoll sind, aber auch ein Element der Geselligkeit darstellen und auch so zur Identifikation der SchülerInnen mit ihrer Schule beitragen.

Zeitleiste geplanter regelmäßiger Aktionen im musischen Bereich

Regelmäßige Veranstaltungen / Konzerte

  • Zwei Weihnachtskonzerte der Chöre und Orchester;
  • 3 – 4 Salon-Konzerte: Kammermusik in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Kunst und Darstellendes Spiel;
  • Musik am Tag der offenen AEO-Tür;
  • Abschlusskonzert der Neuköllner Musiktage;
  • 4-tägiger Workshop bei den Neuköllner Musiktagen;
  • Teilnahme am Neuköllner Liedergarten;
  • Eröffnung des Rixdorfer Weihnachtsmarktes;
  • 1 – 2 thematische Konzerte des Orchesters;
  • einwöchige Musikfahrt nach Burg Stargard;
  • Teilnahme an der Liederbörse des Rundfunkchors Berlin in der Philharmonie;


Regelmäßige und geplante Aktivitäten des Fachbereichs Kunst

  • Ausstellung von aktuellen Ergebnissen aus dem Kunstunterricht aller Jahrgangsstufeninnerhalb des Schulgebäudes;
  • Kooperation mit den Fachbereichen Musik und Darstellendes Spiel bei Aufführungen: Entwurf und Herstellung von Bühnenbildern, Kostümen und Requisiten, Entwurf von Veranstaltungsplakaten, Handzetteln u.ä.;
  • fotografische oder filmische Dokumentation von Aufführungen und anderen wichtigen Ereignissen im Schulleben sowie Präsentation derselben;
  • Teilnahme an verschiedenen künstlerischen Wettbewerben (u.a. Europa-Wettbewerb);
  • Teilnahme am Projekt „Architektur und Schule“ und Beteiligung an der da!-Ausstellung im Stilwerk Berlin;
  • eintägige Kunstfahrten einmal im Jahr zu künstlerisch oder architektonisch relevanten Orten in der weiteren Umgebung. Bisherige Ziele waren Dessau, Dresden, Halle, Hamburg, Leipzig, Magdeburg, Wolfsburg, Wörlitz u.a.;
  • Durchführung mehrtägiger Aktzeichnen-Kurse für die SchülerInnen der Wahlpflicht-, Basis und
    Leistungskurse in der Berlinischen Galerie;


Regelmäßige und geplante Aktivitäten im Bereich Darstellendes Spiel

  • 4 – 6 Inszenierungen der Grundkurse;
  • Abschlusspräsentationen der Wahlpflichtkurse und Arbeitsgemeinschaften;
  • Teilnahme am „Arbeitstreffen Darstellendes Spiel“;
  • Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Musik und Kunst - Salonkonzerte, Bühnenbild,Kostüme, Requisite, Plakate, Flyer;
  • Teilnahme am „Tag der offenen Tür“ mit Pantomime, Sketchen, szenischen Interpretationen;
  • Fahrt nach Weimar oder einer anderen Kulturstadt (Kunst, Musik, Theater, Deutsch, Geschichte...);
  • Theateraustauschprojekte (Polen, Frankreich, Italien)
  • Teilnahme an Wettbewerben;
  • Ausbau der Kooperationen mit den Berliner Bühnen (u.a. Staatsoper, Deutsche Oper,
    Komische Oper, Neuköllner Oper, Maxim-Gorki-Theater, Deutsches Theater, Berliner-
    Ensemble, Theater an der Parkaue)