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Opernrezension Carmen 10d

Der französische Komponist George Bizet (1838-1875), schrieb seine erste Sinfonie schon mit 16 Jahren. Drei Jahre später bekam er mehrere Preise, darunter den Rompreis, ein dreijähriges Stipendium in Italien. Die Uraufführung seines Hauptwerkes „Carmen“ fand am 03.03.1875 statt, doch wurde die Oper stark kritisiert. Wie kam es dazu?

Das Pariser Publikum war aufgrund der Neuartigkeit des Stücks schockiert: Angesichts des vulgären Schauspiels und der Tatsache, dass die Hauptrollen nicht mehr Vertreter der Oberschicht waren, sondern Zigeuner, Schmuggler und Soldaten, stieß die Oper auf Ablehnung. Wichtig ist auch, dass „Carmen“ eine opéra comique ist, d.h. dass nicht durchweg gesungen wird, sondern auch gesprochene Dialoge vorkommen. Die Oper entstand auf der Grundlage der Novelle von Prosper Mérimée.

Die wichtigsten Charaktere sind Don José, Micaëla, Escamillo und natürlich Carmen.

Carmen ist eine attraktive Zigeunerin, die ihre Freiheit liebt. Gleichzeitig ist sie sich ihrer Wirkung auf Männer bewusst und spielt damit. Sie gehört mit zu der Schmugglerbande.

Don José ist ein streng religiös erzogener, junger Mann. Er ist Wachsoldat in Sevilla, obwohl er eigentlich Priester werden sollte. Seine geliebte Mutter kann nur noch per Brief mit ihm Kontakt halten, seit er wegen einer Straftat seine Heimat verlassen musste.

Micaëla wurde von Don Josés Mutter aus dem Waisenhaus geholt und aufgezogen. Auch sie ist sehr fromm. Gerade 17 Jahre alt, wird sie sich ihrer Gefühle bewusst und meint, dass Don José der Mann ihrer Träume ist.

Der Stierkämpfer Escamillo ist der gefragteste Torero der Region. Er achtet sehr auf seine elegante Erscheinung und gepflegte Umgangsformen. Mutig und ein Frauenschwärmer ist er.

Die Arbeiterinnen der Zigarettenfabrik von Sevilla werden in der Pause von einer Schar junger Männer erwartet. Es ist immer Carmen, die aus der Menge heraussticht. Sie hat es auf den jungen, hübschen Don Josè abgesehen, in den Micaëla verliebt ist. Etwas später bricht Tumult aus, weil Carmen in eine Rauferei verwickelt war und eine andere Arbeiterin verletzt hat. Zu ihrem Glück ist es Don José, der sie verhaften muss. Sie bezirzt ihn, und er lässt sie fliehen und nimmt dafür sogar eine Arreststrafe auf sich.  Während Carmen auf ihren Don José wartet, taucht der Torero Escamillo auf, der sofort von Carmen begeistert ist, doch sie weist ihn zurück. Kaum ist José endlich da, muss er auch schon kurz darauf wieder gehen. Carmen wirft ihm vor, dass nicht seine Liebe zu ihr, sondern die Pflicht ihm wichtiger sei. Doch als es ihr gelingt, José zu erobern, verliert sie das Interesse an ihm und wendet sich Escamillo zu. Mercedes und Frasquita legen den jungen Frauen die Karten, dabei wird Carmen der Tod vorausgesagt. Wird Carmen wirklich sterben? Wenn ja, wer wird für ihren Tod verantwortlich sein? Und was passiert mit der Liebe zwischen Escamillo und Carmen?

 Faszinierend waren die Bühnenbilder, als wir im Mai 2015 in der Deutschen Oper eine Aufführung von „Carmen“ besuchten. Man konnte wirklich an seinen Sinnen zweifeln, so echt sahen sie aus. Jeder Akt hatte sein eigenes Bühnenbild, so wurde es abwechslungsreich und interessant. Folgende Arien waren besonders schön:

  1. Ja, die Liebe hat bunte Flügel (Carmen)
  2. Hier an dem Herzen treu geborgen (José)
  3. Draußen am Wall von Sevilla (Micaëla)

Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend mit der Klasse und vor allem die richtige Wahl für einen Opernbesuch, da der Stoff ziemlich packend war. Man konnte auch gut alles verstehen, obwohl auf Französisch gesungen wird, denn es gibt Übertitel auf Deutsch und Englisch. Die Atmosphäre war ebenfalls angenehm, gemeinsam mit der Klasse so einen Abend zu erleben, und mit der tollen Musik und in schicken Outfits. Vor allem haben wir ein paar Opernstücke wiedererkannt, das war auch gut. Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Oper „Carmen“ immer lohnt, und dass man sie besonders empfehlen kann für Leute, die noch nie in der Oper waren.

                „Man erlebt nicht das, was man erlebt, sondern wie man es erlebt.“ W. Raabe (1831-1910)

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