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Projekt IMI

Am 8. September 1943 wurde die Kapitulation Italiens verkündet, 650.000 italienische Soldaten wurden auf deutsches Gebiet deportiert, als italienische Militärinternierte (IMI) eingestuft und als Zwangsarbeiter in Industrie und Landwirtschaft eingesetzt. Ein Projekt der Schüler vom dritten Semester Geschichte auf Italienisch und vom Leistungskurs Italienisch des 1. Semesters bei Frau Lambertini, 30 unveröffentlichte Briefe, von solchen Militärinternierten bzw. ihren Familien geschrieben, wurden von Herrn Pohl, Lehrer am Albert-Einstein-Gymnasium, zur Verfügung gestellt.

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30 Briefe aus der deutsch-italienischen Vergangenheit

Chi erano gli IMI? L’8 settembre 1943 fu resa nota la capitolazione dell’Italia, le formazioni della Wehrmacht disarmarono le forze armate italiane in Italia, Francia, Grecia e nei Balcani. 650 000 soldati italiani furono deportati in territorio tedesco, dichiarati “internati militari [italiani]”, IMI, e impiegati come lavoratori coatti nell’industria e nell'agricoltura tedesche.

Wer waren die italienischen Militärinternierten? Am 8. September 1943 wurde die Kapitulation Italiens verkündet, die Einheiten der Wehrmacht entwaffneten die italienischen Armeen in Italien, Frankreich, Griechenland und auf dem Balkan. 650.000 italienische Soldaten wurden auf deutsches Gebiet deportiert, als italienische Militärinternierte (IMI) eingestuft und als Zwangsarbeiter in Industrie und Landwirtschaft eingesetzt.

30 lettere inedite, scritte da loro o dai loro familiari sono state messe a disposizione dal Prof. Pohl del Liceo Albert Einstein; gli studenti del corso del III semestre di storia in italiano e quelli del I semestre di Leistungskurs di lingua italiana della Prof.ssa Lambertini le hanno ricevute in forma digitale. Durante le scorse vacanze di Natale, con l’aiuto di genitori e nonni, in buona parte in Italia, i ragazzi hanno decifrato, trascritto ed in seguito tradotto in tedesco questo corpus di lettere, schedandole con criteri atti ad elaborarle scientificamente. Il 13 ed il 17 dicembre gli studenti avevano partecipato a visite guidate interattive al Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit di Schöneweide, tenute dallo storico Pierluigi Pironti che hanno permesso loro, dopo lo studio dei saggi di Lutz Klinkhammer e di Gabriele Hammermann, di approfondire le loro conoscenze in materia. (Un ringraziamento alla direttrice di questa istituzione, Dr. Christine Glauning, che ci ha aperto il centro durante la festa di Natale dei suoi collaboratori!) Grazie a questa preparazione, gli alunni hanno potuto collocare la lettera da loro trascritta nel suo esatto contesto storico, poiché gli IMI, inizialmente prigionieri di guerra, avevano sperimentato vari mutamenti di status fino a divenire, appunto, lavoratori coatti. Infine i ragazzi hanno espresso le proprie riflessioni, di carattere storico o personale, nonché le emozioni ed i quesiti che li hanno accompagnati durante questa singolare esperienza di studio; se ne possono leggere qui a seguito alcuni frammenti, espressi con modalità liberamente scelte dai ragazzi stessi.

30 unveröffentlichte Briefe, von solchen Militärinternierten bzw. ihren Familien geschrieben, wurden von Herrn Pohl, Lehrer am Albert-Einstein-Gymnasium, zur Verfügung gestellt; die Schüler vom dritten Semester Geschichte auf Italienisch und vom Leistungskurs Italienisch des 1. Semesters bei Frau Lambertini haben die Briefe in digitaler Form erhalten. Während der Weihnachtsferien haben die Schüler mithilfe der Eltern und Großeltern zum Teil in Italien diese Belege entziffert und transkribiert und anschließend ins Deutsche übersetzt. Dabei wendeten die Schüler Analysekriterien an, um die Briefe wissenschaftlich zu beschreiben. Am 13. und 17. Dezember nahmen die Schüler an Exkursionen zum Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit teil, wo der Historiker Pierluigi Pironti viel Zeit und Raum für die Beantwortung der Schülerfragen anbot. (An dieser Stelle sei ein großer Dank an Frau Dr. Christine Glauning ausgesprochen, für die außergewöhnliche Flexibilität der Terminierung!) Zur Vertiefung der Thematik gehörte auch die Beschäftigung mit den Artikeln von Lutz Klinkhammer und Gabriele Hammermann. Dank dieser Vorbereitung konnten die Schüler den jeweils von ihnen übersetzen Brief in seinen historischen Zusammenhang einordnen, da sich das Schicksal und der Status der IMIs im Verlauf des Krieges wandelte. Während des Projekts haben die Schüler über ihre einmalige Erfahrung bei der Entzifferung einer authentischen und unerforschten Primärquelle reflektiert. Für einen Moment standen sie in einer engen Beziehung zu diesen Soldaten, die zum Teil kaum älter waren als sie selbst. Durch das Gespräch mit den Eltern und den Großeltern, die beim Entziffern halfen, eröffneten sich ihnen neue Perspektiven, manchmal sogar von betroffenen Verwandten. Sie verstanden, wie Entwürdigung und Traumatisierung ganze Lebensläufe beeinträchtigen können. Die Schüler, die sich ihrer Aufgabe mit Faszination und Empathie widmeten, sind stark von dem Wunsch bewegt, allen Menschen die Geschichte der IMIs bekannt zu machen. Von ihren Kommentaren sind hier einige Auszüge zu lesen. Die Wahl der Form ihrer Texte war ihnen frei gestellt.

Das Projekt wurde am 20.2. mit einer szenischen Lesung abgeschlossen; die Schauspielerin Elettra de Salvo leitete sie nach einem Workshop für Atem-, Sprechtechnik und Bühnenpräsenz an. Dabei lasen zuerst alle Schüler gleichzeitig und flüsternd IMI-Briefe und eigene Kommentare vor, so dass ein - mal lauterer, mal schnellerer – „Stimmteppich“ entstand. Dann erhob sich jeweils eine Schülerstimme über die anderen, um einen Textauszug vorzulesen. Nach wenigen Sätzen wurde sie wieder leiser. Dadurch bildete sich eine wellenförmige, suggestive Verflechtung von IMIs und Schülerstimmen.

Il progetto è stato concluso il 20 febbraio con una lettura scenica, introdotta da un workshop di dizione, training vocale e presenza scenica, guidato dall’attrice Elettra de Salvo. All’inizio di questa performance tutti gli studenti hanno letto contemporaneamente e a voce bassa le lettere degli IMI ed i loro commenti in modo tale da “tessere un tappeto sonoro”, che a tratti aumentava il proprio volume o la velocità. Poi la voce di uno studente si elevava sopra le altre e dopo poche frasi si attutiva nuovamente, rientrando nel flusso. Così si creava un suggestivo intreccio di voci di IMI e di ragazzi che si susseguivano come in un moto ondoso.

Gli studenti, mossi dal desiderio di far ricordare la storia degli IMI, si sono rivolti all’Ambasciata d’Italia; la Dirigente dell’Ufficio Scuola, Dr. Marzorati, venendo loro incontro, ha inoltrato richiesta per pubblicare i loro lavori.

Die Schüler, von dem Wunsch bewegt, einen Beitrag zur Erinnerungskultur zu leisten, haben sich an die Botschaft Italiens gewandt. Fr. Dr. Marzorati, Direktorin der Schulabteilung in der Italienischen Botschaft, bemüht sich um eine Publikation der Schülerarbeiten.

 

Dietro a quelle tre singole lettere

Sueda: Fino a poco tempo fa, se mi fosse stata chiesta la definizione della parola IMI, non avrei mai pensato che dietro a quelle tre singole lettere, che stanno ad abbreviare l’espressione „internati militari italiani“, potesse nascondersi un pezzo di storia a me sconosciuto. Grazie alle varie spiegazioni dei professori che coordinavano il progetto (la prof.ssa Lambertini e il prof. Pohl), ci siamo sentiti sempre più affascinati e meravigliati nello scoprire che durante la seconda guerra mondiale, dopo la firma dell’armistizio (8 settembre 1943), 650.000 soldati italiani furono catturati, disarmati e deportati nei territori della Germania. Volendo approfondire le nostre ricerche, per poter capire meglio in che condizioni vivevano, quali diritti avessero questi soldati, abbiamo visitato il “Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit” dove una Guida molto competente e disponibile ha svolto con noi una lezione interattiva di ben 3 ore, chiarendo ogni nostro ulteriore dubbio. Ci ha spiegato come questi soldati fossero stati attratti con l’inganno per poi essere posti davanti a una scelta: combattere per i fascisti in Italia oppure rimanere prigionieri in Germania.

Drei rätselhafte Buchstaben

Bis vor Kurzem hätte ich nicht gedacht, dass sich hinter den drei Buchstaben IMI, eine Abkürzung für “Italienische Militärinternierte”, ein mir unbekanntes Kapitel Geschichte verbirgt. Dank der Erläuterungen der das Projekt koordinierenden Lehrer nahm die Faszination und die Verwunderung darüber, dass 650.000 italienische Soldaten nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes vom 8. 9. 1943 gefangen genommen, entwaffnet und nach Deutschland deportiert wurden, bei uns immer mehr zu. Da wir unsere Kenntnisse über die Lebensbedingungen und die Rechte jener Soldaten vertiefen wollten, besuchten wir das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. Ein sehr kompetenter und zugewandter Historiker klärte unsere Fragen in einem dreistündigen interaktiven Seminar. Er erklärte uns, dass jene Soldaten getäuscht wurden: Erst bei ihrer Ankunft in Deutschland erfuhren sie, dass sie von den Deutschen vor der Wahl gestellt wurden, entweder für die Faschisten zu kämpfen oder als Gefangene in Deutschland zu bleiben.

Im Laufe der Transkription verlor ich das Zeitgefühl

Mila: (Original auf Deutsch) Als ich den Brief zum ersten Mal gesehen habe, war ich etwas besorgt, dass ich die Schrift nicht entziffern konnte. Nach einigen Versuchen gelang es mir dann aber die etwas schwierigeren Wörter zu entziffern, und langsam fing der Brief an Sinn zu ergeben. Im Laufe der Transkription verlor ich das Zeitgefühl, das zeigte mir wie sehr ich interessiert war und wie viel Spaß ich bei der ganzen Sache hatte. Dieser Brief gab mir das Gefühl, zurück in der Zeit gereist zu sein. Dieses Thema ist für mich auch dadurch besonders interessant gewesen, da mein Uropa kurz vor Kriegsende auch in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht wurde.

Le costruzioni delle frasi erano sbagliate e questo mi ha rallentato la trascrizione

Alexandra: Ho potuto notare che avevano pochissimo spazio per scrivere e quindi si limitavano a scrivere con caratteri piccoli e stretti, così da risparmiare spazio. Inoltre ho notato che erano semi-analfabeti, ho trovato tanti errori, non solo grammaticali, ma anche le costruzioni delle frasi erano sbagliate e questo mi ha rallentato la trascrizione, perché all’inizio, quando per la prima volta ho letto la lettera, non capivo molte parole o quello che volesse dire, ma rileggendo più volte, ho potuto decifrare delle parole veramente incomprensibili all’inizio. Leggendo la lettera di Capriolo Battista ho capito che lui ci teneva veramente alla sua famiglia, e come biasimarlo! Gli diceva molte volte quanto fosse disperato e di volerli rivedere al più presto, ma nonostante ciò era ottimista, perché la speranza di rivederli ancora non era svanita. Chissà se ci sarà riuscito? Diceva anche che non bisognava preoccuparsi di lui perché stava bene e che l’importante era che stessero bene loro. Verso la fine gli chiedeva se potessero mandargli del cibo, qualunque cosa lo avrebbe reso felice.

Bei der Transkription kam ich nur langsam voran….

Mir fiel auf, dass die gefangenen Soldaten auf den vorgedruckten Karten kaum Platz zum Schreiben hatten, deshalb schrieben sie mit kleinen und eng zusammen stehenden Buchstaben. Außerdem habe ich bemerkt, dass der Schreiber halb analphabetisch war. Ich fand nicht nur grammatikalische, sondern auch Konstruktionsfehler. Das verlangsamte meine Transkription, da ich beim ersten Lesen des Briefes viele Wörter und was der Soldat meinte, nicht verstand. Aber als ich den Brief mehrmals las, habe ich Wörter entziffern können, die am Anfang unverständlich schienen. Beim Lesen des Briefes von Capriolo Battista wurde mir klar, dass er verständlicherweise sehr an seiner Familie hing. Er schrieb häufig, wie verzweifelt er sei, und wie sehr er sie so bald wie möglich wieder sehen wollte, nichtdestotrotz blieb er optimistisch, denn die Hoffnung, sie wiederzusehen, verließ ihn nicht. Wer weiß, ob es ihm gelungen ist? Er schrieb auch, dass man sich nicht  um ihn sorgen sollte, weil es ihm gut ginge, und dass es das Wichtigste sei, dass es der Familie gut ginge. Am Ende des Briefen bittet er um Lebensmittel, egal welche: Alles würde ihn glücklich machen.

La disperazione era leggibile tra le righe

Agnese: Il mittente della lettera di cui mi sono occupata scriveva la sua ottava lettera alla famiglia, senza però avere notizie da parte loro; non credo di essere in grado di immaginare il sentimento che si prova nello scrivere ai propri cari senza avere la certezza che ricevano le lettere, o che ci sia ancora qualcuno a cui inviarle. La disperazione era leggibile tra le righe, tra un “spero che stiate bene” ed un “tanti baci” e trovo che il fatto che l’internato (Pietro Fiorani) chieda gentilmente che gli vengano mandati viveri, sia l’ennesima dimostrazione delle condizioni in cui si trovavano. Credo che la lettera mi abbia facilitato l’immaginazione della vita degli IMI, eppure allo stesso tempo mi risulta quasi assurda, come se non appartenesse a ciò che conosciamo noi, non perché dubito della sua veridicità, bensì perché per me la storia ha consistito sempre in fatti e numeri e non credo di essermi soffermata spesso sulle singole persone, che sono però coloro che hanno scritto la storia, e questa lettera ne fa parte. (…) Concludendo ritengo questa esperienza molto importante sia per lo studio del periodo storico, ma anche per la comprensione della storia di per sé e personalmente devo dire che mi ha toccata molto ed avrà sicuramente un effetto sul mio metodo di studio futuro.

Die Verzweiflung war zwischen den Zeilen lesbar

Der Absender des Briefes schreibt den achten Brief an seine Familie, ohne Nachricht von ihnen zu haben. Ich kann mir nicht vorstellen, was man fühlt, wenn man den eigenen Lieben schreibt, ohne die Sicherheit zu haben, dass sie die Briefe erhalten, und ohne zu wissen, ob dort noch ein Empfänger existiert. Die Verzweiflung war zwischen den Zeilen, zwischen einem „Ich hoffe, dass es euch gut geht“ und einem „Viele Küsse!“ lesbar. Ich finde, die Tatsache, dass der Internierte (Pietro Fiorani) höflich um Lebensmittel bittet, zeigt noch einmal eindrücklich seine Lebensumstände. Ich glaube, dass der Brief mir ermöglicht hat, mir das Leben der IMIs vorzustellen. Gleichzeitig kommen mir die Umstände absurd vor, da sie nicht zu unserer Lebenserfahrung gehören. Nicht weil ich nicht an der Wahrhaftigkeit des Briefes zweifle, sondern, weil Geschichte für mich immer aus Fakten und Jahreszahlen bestand, hinter denen ich mir nicht konkrete Personen vorstellen konnte, die eigentlich die Geschichte „schreiben“. Dieser Brief ist Teil davon. Schließlich halte ich diese Erfahrung für das Verständnis dieses Zeitabschnittes aber auch für das Verständnis von Geschichte an sich, für entscheidend. Persönlich möchte ich betonen, dass diese Erfahrung mich sehr berührt hat, und sicherlich Auswirkungen auf mein zukünftiges Studium haben wird.

La prima impressione fu spiazzante

Gabriel: Sebastiano fu disarmato e deportato in un campo di lavoratori forzati da una località sconosciuta. Il campo si trova a Greifswald, a 176 Km a nord di Berlino. Era già un “internato militare”, dopo l’ordine di Hitler del 20 settembre ’43. Avere in mano tale documento e poterlo analizzare, nonché tradurre, ha scatenato in me varie emozioni, spesso contrastanti. La prima impressione fu spiazzante: la lettera è difficilmente leggibile a causa della calligrafia del soldato Sebastiano. Anche la grammatica spesso è errata. Si suppone che sia stato un soldato semplice. Mi ha fatto tenerezza, invece, quando ha parlato dei figli di conoscenti o amici di Sannicola, internati con lui. Fa venire tanta rabbia invece leggere “mi trovo tanto bene”, sapendo che la realtà era un’altra e più che dura: la consapevolezza dell’esistenza della censura ha fatto in modo che Sebastiano dovesse mentire ai suoi genitori per far passare la lettera.

Der erste Eindruck war beklemmend

Sebastiano wurde entwaffnet und von einem unbekannten Ort aus in ein Lager für Zwangsarbeiter deportiert. Das Lager befand sich bei Greifswald, 176 km nördlich von Berlin. Seit Hitlers Befehl vom 20.9.1943 galt er Militärinternierter. Sebastianos Brief in den Händen zu halten, und es sowohl analysieren als auch übersetzen zu dürfen, hat in mir unterschiedliche, oft gegensätzliche Gefühle hervorgerufen. Der erste Eindruck war beklemmend: Die Handschrift ist schlecht zu lesen und die Grammatik ist häufig falsch. Man kann annehmen, dass er ein einfacher Soldat ist. Seine Sätze über die Kinder von Freunden oder Bekannten aus Sannicola, die mit ihm interniert waren, berührten mich sehr. Aber der Satz: „Es geht mir sehr gut hier“ machte mich wütend, da ich wusste, dass die Wirklichkeit eine ganz andere und eine härtere war. Sebastiano musste seine Eltern anlügen, damit sein Brief durch die Zensur geht.

Vedere la baracca di cemento

Chiara: Durante la visita al Dokumentationszentrum ci sono state mostrate molte lettere ed oggetti personali degli IMI, che hanno illustrato le pessime condizioni dei prigionieri. Inoltre vedere la baracca di cemento in cui tantissimi militari vivevano in quel periodo, in condizioni igieniche scarsissime e senza riscaldamento è stato un momento agghiacciante. Leggendo la lettera ho avuto la possibilità di vivere un’esperienza da vicino, e questo è stato un onore per me, che mi ha fatta cambiare.

In der Zementbaracke

Beim Besuch des Dokumentationszentrums zeigte man uns viele Briefe und persönliche Gegenstände der IMIs, die die extrem schlechte Lebensbedingungen der Gefangenen verdeutlichten. Als wir die Zementbaracke sahen, in der man die IMIs als Zwangsarbeiter unterbrachte, und die überbelegt, ohne Heizung ohne sanitäre Ausstattung waren, erstarrten wir innerlich. Durch die Lektüre des Briefes hatte ich die Möglichkeit, eine Erfahrung aus unmittelbarer Nähe nachzuerleben. Das empfand ich als eine Ehre. Es hat etwas in mir verändert.

“La nostra è una resistenza”

Ivana: “Siamo contenti della tua buona salute”. Già, ho scritto alla mia famiglia di star più che bene. Non avrei potuto fare altro. Son anni che non ci vediamo e raccontare la verità significherebbe solo aumentare il dolore e la sofferenza di tutti. Preferisco così. E poi tutto quello che succede qui dentro non lo si può esporre in una lettera: sarebbe come decidere di premere il grilletto di una pistola puntata sulla propria testa. Controllano tutto ciò che facciamo, dalle lettere alle ore di lavoro. Il giorno in cui abbiamo deciso di rifiutare la guerra loro hanno deciso di toglierci tutto. Una volta venivamo controllati da dottori e ricevevamo viveri dalla Croce Rossa e ora il cibo dobbiamo sudarcelo. Con l’introduzione della “Leistungsernährung” riceviamo le misere porzioni di cibo in base alle ore di lavoro e questo, ovviamente, ha portato ad un rapido e tremendo peggioramento della condizione fisica dei soldati. Siamo definiti “internati militari italiani” ma i tedeschi non perdono occasione per sminuirci ed insultarci chiamandoci “maccheroni” e “Badoglioschweine”. Ogni giorno che passa è una lotta contro la morte. Abbiamo perso la speranza e non sappiamo più cosa siano le emozioni, quelle belle. Son riusciti a spegnere anche l’unica emozione che, l’8 settembre, all’annuncio dell’armistizio, si era riaccesa in noi: la felicità. Quel giorno la si intravedeva negli occhi di tutti i soldati, impazienti di rimetter piede nella nostra amata terra. Siamo saliti su quei treni con la convinzione di rivedere i nostri cari e, invece, dopo ore di viaggio ci siamo accorti di esser finiti in una terra a molti di noi sconosciuta. Ora non dobbiamo fare altro che aspettare e non arrenderci perché “la nostra è una resistenza”.

Das ist unser Widerstand!

“Wir freuen uns, dass du gesund bist”. Tja, ich habe meiner Familie geschrieben, dass es mir mehr als gut geht. Ich konnte nicht anders. Wir haben uns seit Jahren nicht gesehen, und wenn ich die Wahrheit schriebe, würde es nur den Schmerz und das Leiden aller erhöhen. Ich mache es lieber so. Alles, was hier passiert, kann man nicht in einem Brief darstellen: das wäre, wie wenn man sich eine Kugel in den Kopf schießen würde. Sie kontrollieren alles, von der Post bis zu den Arbeitsstunden. An dem Tag, an dem wir entschieden haben, nein zum Krieg zu sagen, haben sie entschieden, uns alles weg zu nehmen. Früher wurden wir ärztlich versorgt, und bekamen Lebensmittel vom Roten Kreuz, jetzt müssen wir für unser Essen schuften. Seit der Einführung der Leistungsernährung bekommen wir miserable Portionen, die nach den geleisteten Arbeitsstunden berechnet werden, und das hat natürlich zu einer rapiden und extremen Verschlechterung des körperlichen Zustands der Soldaten geführt. Wir werden zwar als „italienische Militärinternierte“ bezeichnet, aber die Deutschen lassen sich keine Gelegenheit entgehen, uns zu demütigen und als „Makkaroni“ oder „Badoglioschweine“ zu beschimpfen. Jeder Tag, der vergeht, ist ein Kampf gegen den Tod. Wir haben die Hoffnung verloren und wir kennen keine schönen Gefühle mehr. Es ist ihnen gelungen, das einzige positive Gefühl in uns auszulöschen, das am 8. September bei der Verkündigung des Waffenstillstands in uns aufgeflammt war: das Glück. An jenem Tag konnte man es in den Augen aller Soldaten aufleuchten sehen, die nur darauf warteten, den Fuß auf die geliebte Heimaterde zu setzen. Wir stiegen in der Überzeugung, unsere Liebsten wiederzusehen, in unsere Eisenbahnwaggons, um nach vielen Stunden Fahrt festzustellen, dass wir in ein für die meisten von uns unbekanntes Land gebracht worden waren. Jetzt können wir nichts anderes tun als zu warten und nicht aufzugeben, weil „das unser Widerstand  ist“.

Sono sempre più convinta dell’assoluta condanna di tutti i conflitti armati

Costanza: Non posso non considerare che si trattava di un ragazzo non molto lontano dalla nostra età, considerando il testo e il fatto che si rivolga alla propria mamma. Pensare alla sfortuna di persone così giovani trovatesi ad affrontare prove così dure come la privazione della libertà, il rischio di morire e la mancanza di cibo, mi porta a immedesimarmi nella situazione, provando una forte compassione. È per questo che sono sempre più convinta dell’assoluta condanna di tutti i conflitti armati passati, presenti e futuri, in quanto portatori di morte e di dolore e contrari allo sviluppo del genere umano. Ho scoperto infine, parlando coi miei familiari, che un mio prozio, Carlo, è stato da giovane egli stesso un IMI internato a Rostock, esperienza che gli ha lasciato profonde cicatrici mai superate nella sua lunga vita.

Ich werde immer mehr zur Kriegsgegnerin

Wenn ich den Brief betrachte und die Tatsache, dass der Schreiber sich an die eigene Mutter wendet,  kann ich nicht außer Acht lassen, dass es sich um einen Menschen handelt, der nicht wesentlich älter war als wir. Wenn ich an das Schicksal von so jungen Menschen denke, die so harten Prüfungen wie den Verlust der Freiheit, Todesgefahr und Nahrungsmangel durchstehen mussten, dann empfinde ich viel Mitgefühl. Deshalb bin ich immer mehr überzeugt, dass jeder vergangene, gegenwärtige und zukünftige bewaffnete Konflikt verurteilt werde muss, weil sie nur Schmerz und Tod bringen und die menschliche Entwicklung verhindern. Schließlich fand ich, als ich mit meinen Verwandten sprach, heraus, dass ein Großonkel von mir, Carlo, als junger Mann IMI in Rostock war. Diese Erfahrung hinterließ bei ihm tiefe Wunden, die er in seinem langen Leben nie überwinden konnte.

Combinazioni di lettere su Google-Maps

Marco V.: Siccome l’indirizzo della lettera era quasi del tutto illeggibile, ho cercato su Google-Maps la provincia di Ancona (che era ben leggibile) e ho provato delle combinazioni di lettere per trovare la strada, e infine l’ho trovata! Secondo me gli errori grammaticali e di linguaggio c’erano perché gli IMI avevano spazio e tempo limitati per scrivere, e per questo erano molto agitati.

Wie ich Buchstaben mit Hilfe von Google- Maps zusammen fügte

Da der Anfang des Briefes fast vollkommen unleserlich war, habe ich auf Google-Maps die Provinz Ancona, die gut lesbar war, gesucht. Dann kombinierte ich einzelne lesbare Buchstaben solange, bis ich den richtigen Straßennamen herausfand. Meiner Meinung nach entstanden die vielen sprachlichen und grammatikalischen Fehler, weil die IMIs nur wenig Platz und Zeit zum Schreiben hatten, und deshalb sehr aufgeregt waren.

“Traditori traditi”

Marco D.G.: La cosa che più mi ha sconvolto è che la storia degli internati militari italiani è una storia di tradimenti. Proprio per questo anche dopo essermi informato a sufficienza non sono capace di capire il perché gli IMI ancora non vengono ricordati. Questa storia rappresenta un insieme di falsità riconducibili fino all’8 settembre del 1943, quando l’esercito italiano fu tradito dal proprio regno. L’ illusione di una guerra finita, fu subito distrutta dal tradimento di molti generali italiani verso i propri militari, lasciandoli nelle mani del nemico. Da qui inizia o, dovrei dire, continua la dannazione di 650.000 soldati italiani. Dannazione coperta agli occhi del mondo da innumerevoli esempi della propaganda nazista che dipingevano gli internati militari come i carnefici e non come le vittime della guerra. Gli internati militari furono soggetti a umiliazioni fisiche e psicologiche al fine di farli aderire all’esercito dello stesso stato che fino a quel momento avevano difeso seguendo i propri ideali.

„Verratene Verräter“

Was mich am meisten verwirrt hat, ist, dass die Geschichte der IMIs eine Geschichte des Verrats ist. Nachdem ich mich ausreichend informiert habe, kann ich immer noch nicht verstehen, warum immer noch so wenig an die IMIs erinnert wird. Anfang des Verrats ist die Flucht des italienischen Königs, der Befehlshaber der Armee war, nach dem 8. September 1943. Die Illusion, dass der Krieg vorbei ist, wurde schnell dadurch zerstört, dass die italienischen Generäle ihre eigenen Soldaten dem Feind überlassen haben. Dann fing der Leidensweg von 650.000 italienischen Soldaten an. Ein Leidensweg, der vor den Augen der Welt durch die nazistische Propaganda, die die IMIs als Täter und Verräter und nicht als Opfer darstellte, verborgen blieb. Die Militärinternierten wurden physisch und psychisch gedemütigt, um sie einer Armee zuzuführen, um für einen Staat zu kämpfen, der nicht mehr ihren Idealen entsprach.

Potremmo diventar parte di una macchina burocratica annientatrice come quella nazista?

Leandro: Quando raccontai del progetto a mio padre, per lui è stato terribile leggere la lettera, perché proprio si poteva immaginare la sorte di chi l’aveva scritta. Io, invece, leggendo la lettera, non provavo queste forti emozioni angoscianti. Questo mi ha fatto pensare fra me e me: non avendo questa partecipazione emotiva alle vicende di altri, che possa essere più facile diventare parte di una macchina burocratica annientatrice come quella nazista? È ovvio che queste lettere mi hanno scosso molto alla fine, e ancora mi danno motivo per pensare.

Könnte ich Teil einer Vernichtungsbürokratie werden?

Als ich meinem Vater von dem Projekt erzählte, war es für ihn schrecklich, diesen Brief zu lesen, weil er sich das Schicksal des Schreibers genau vorstellen konnte. Für mich war die Lektüre jedoch nicht so bedrückend. Das hat mir zu denken gegeben: wäre es möglich, da ich mich vom Schicksal anderer Menschen nicht so stark betroffen fühlte, mich von einer vernichtenden bürokratischen Maschinerie wie die der Nazis, instrumentalisieren zu lassen? Aber natürlich haben mich diese Briefe schließlich sehr berührt und geben mir weiterhin zu denken.

 

 

 

 

 

 

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