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Erasmus-Bericht 2018/19

ERASMUS+ Leitaktion 1 am Albert-Einstein-Gymnasium

Europa leben – diese Idee trägt unsere Schule als Teil der SESB im Namen und unsere Schüler*innen erleben sie alltäglich und in vielfältigen Austauschmöglichkeiten. Seit 2018 wird die Möglichkeit des aktiven europäischen Austauschs durch ERASMUS+ auch für unsere Lehrer*innen konkret erfahrbar.

Was ist ERAMUS+?

Erasmus 18/19Das von der Europäischen Union finanzierte Projekt ERASMUS+ (Leitaktion 1) ermöglicht es unserer Schule, den europäischen Gedanken, insbesondere als Europaschule weiter zu fördern und aktiv zu gestalten. Dies ist und war uns gerade im Jahr der Europawahl 2019 ein wichtiges Anliegen. ERASMUS+ finanziert sowohl Fortbildungen als auch Hospitationen für Lehrer*innen im europäischen Ausland. Dabei werden Lehrende wieder zu Lernenden und können den europäischen Kolleg*innen beim Unterrichten über die Schulter schauen bzw. in strukturierten Fortbildungen durch das Erlernen neuer Techniken und Unterrichtsmethoden Anregungen für den eigenen Unterricht sammeln.

Im Januar 2018 stellte unsere Schule erstmalig den Antrag für unser Projekt „Gelebtes Europa – voneinander lernen: Stärkung des europäischen Schulprofils und Förderung des Austauschs über Best Practice“. Dieses in seiner Idee umfassende Projekt sollte den weitgefächerten Anforderungen und Bedürfnissen nach Zusammenhalt bei gleichzeitiger Heterogenität unserer Schülerschaft gerecht werden. Nach erfolgreicher Antragstellung konnten wir seit dem Sommer 2018 insgesamt zehn Kolleg*innen auf die Reise schicken.

Auch in der zweiten erfolgreichen Antragsrunde, die unter dem Fokus „Vernetztes Europa“ steht, wird der europäische Entwicklungsplan unserer Schule seit August 2019 weiter fortgesetzt. Im Hinblick auf die neuen Anforderungen digitaler Bildung, insbesondere die in den neuen RLP verstärkt geforderte Medienkompetenz aber auch die stetig fortschreitende technische Entwicklung und der Digitalpakt für Schulen liegt ein Hauptaugenmerk der Fortbildungen des derzeitigen Projektes auf der Schulung digitaler Kompetenzen unserer Kolleg*innen. Der kulturellen Vielfalt unserer Schülerschaft Rechnung tragend, besuchen andere Kolleg*innen Fortbildungen zum Umgang mit Heterogenität im Klassenzimmer. Insgesamt werden in dieser Runde 13 Kolleg*innen zur Weiterbildung auf Reisen gehen.

Zur Dissemination der Ergebnisse und der Praxisideen aus den Fortbildungen und Unterrichtshospitationen dieser beiden Projekte nutzen und nutzten die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise Berichte auf Fachkonferenzen, sowie die Lernplattform „Lernraum“. Darüber hinaus nehmen alle beteiligten Kolleg*innen an einer internen Evaluation teil und verfassen einen schriftlichen Bericht für das Jahrbuch. Erstmalig ist am 27. Januar 2020 ein Studientag zur Multiplikation der Ergebnisse für das gesamte Kollegium geplant, auf dem alle Beteiligten in 90-minütigen Workshops spannende Ideen und Unterrichtsmethoden aus den Fortbildungen weitergeben werden und alle Kolleg*innen die Früchte dieser Arbeit ernten können.

F. Bronswick und D. Hinz

 

Europäische Fortbildungen

Innerhalb des ersten Projektzyklus fanden folgende Mobilitäten statt:

Dublin, Irland

Wer:

Herr Hartelt, Herr Pekel

Was:  

Flipped Classroom    

Wo:

Dublin, Irland

Wir, Herr Hartelt und Herr Pekel, hatten uns voller Vorfreude zu der Fortbildung „Flipped Classroom“ in Dublin im November 2018 angemeldet. Da wir beide technisch sehr interessiert sind, sollte diese Fort­bildung uns die Möglichkeit geben, unser Wissen in diesem Bereich zu erweitern. Wir waren beide begeistert von den vielfältigen Einsatz­möglichkeiten bestimmter Apps oder browsergestützter Programme, die wir dort kennengelernt haben. In den Gruppenarbeiten mit anderen europäischen Kolleg*innen konnten wir dabei auch freundschaftliche Kontakte knüpfen. Auch die Stadt Dublin, die gerade im Umbruch begriffen ist, hat uns sehr beeindruckt. Hier sind die Unterschiede zwischen der Moderne (Hauptquartier von Facebook usw.) und der Tradition (viele sanierungsbedürftige Arbeiterviertel) besonders wahrnehmbar. In unserer heutigen Zeit ist es essenziell, dass Schüler*innen schon früh an neue Technologien herangeführt werden. Wir beide hoffen, dass uns dies in den Folgejahren durch das Wissen der Fortbildung besser gelingt. Wir freuen uns, unser Wissen sowohl an die Schüler*innen als auch unsere Kolleg*innen weiterzugeben.

 

Lyon, Frankreich

Wer:

Frau Außerhofer

Was:  

Formation professeurs de français

Wo:

Lyon, Frankreich

Im November 2018 durfte ich für eine Woche nach Lyon reisen. An der Sprachschule „Lyon bleu“ belegte ich einen Kurs zur Weiterbildung für Französischlehrer­*innen. Dabei wurden mir neue inhaltliche, sprachliche und didaktische Ideen vorgestellt und ich konnte mich mit Teilnehmer­*innen aus der ganzen Welt austauschen. Der Unterricht wurde oft außerhalb des „Klassen­zimmers“ durch­geführt, was ich sehr interessant fand und in Zukunft nach Möglichkeit auch umsetzen möchte.

 

 

Wer:

Herr Behrends, Frau von Stebut

Was:  

Interactive ICT-based learning

Wo:

Mailand, Italien

Fortbildungen sind ein steter Teil des Lehrerdaseins. Wenn diese dann einmal vor einem anderen Hintergrund als der gewohnten Berliner Skyline stattfinden, ist das etwas ganz Besonderes.

Mailand, Italien

So besuchten wir Ende April 2019 die Fortbildung zum interaktiven, digitalen Lernen in Mailand. Im Kurs lernten wir zahlreiche Web-basierte Applikationen kennen, die eine digitale und interaktive Lernumgebung bieten. Außerdem testeten wir Werkzeuge zur Erstellung von Mindmaps, Infografiken, interaktiven Postern, digitalen Büchern, Comics, kurzen Lernvideos und vielem mehr. Beachtlich zu sehen war der Umfang der bereits existierenden Materialien, die auf der jeweiligen Webseite teilweise öffentlich verfügbar sind. Wenngleich die Nutzung vieler Anwendungen in Deutschland datenschutzrechtlich schwierig ist, war der Ausblick, den wir im Rahmen des Kurses erhielten sehr bereichernd. Insbesondere der Kontakt zu osteuropäischen Lehrerkolleg*innen (u. a. Rumänien, Tschechien, Estland, Litauen) war zudem eine neue und willkommene Erfahrung. Wie so oft war interessant zu erkennen, dass viele Herausforderungen in unserem Beruf dieselben sind, egal wo man arbeitet. Und die gute italienische Küche nach dem Kurs zu entdecken hat natürlich auch nicht geschadet!

 

Wer:

Frau Bronswick, Frau Hinz

Was:

Creative Methodology

Wo:

London, UK

Einmal Brexit und zurück – in dieser politisch aufregenden Zeit eine Fortbildung im Vereinigten Königreich zu besuchen war in vielerlei Hinsicht eine spannende Erfahrung. Während uns das Londoner Wetter mit einer Tristesse in Charles Dickens Manier empfing, wurde im Kursraum gegenüber der British Library und unweit von J. K. Rowlings Gleis 9 ¾ unsere nicht nur literarische Kreativität in vielen Unterrichtssituationen gefragt und gefördert.
So wurden wir selbst wieder zu Schüler*innen, als es darum ging, London, UKverschiedene Methoden auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse wie Neurolinguistischem Programmieren (NLP) am eigenen Leibe zu erfahren und kommen mit vielen interessanten Ideen im Gepäck wieder in den hiesigen Unterricht zurück. Außerdem profitierten wir von dem Austausch mit den Kolleg*innen aus ganz Europa von ganz unterschiedlichen Schulformen und kamen in den Genuss, bei einem erfahrenen britischen Kursleiter lernen zu dürfen, der im Hinblick auf sein astreines BBC-Englisch der Queen in nichts nachstand.

 

 

Wer:

Frau Kostede, Frau Jäger

Was:

Educational Video Production

Wo:

Athen, Griechenland

In diesem Kurs konnten wir verschiedene Methoden und Computer­programme zur Erstellung von Erklärvideos, sogenannten „Explainities“ aus­pro­bieren. Nach der Analyse einer Reihe schon bestehender Erklärvideos wählten die Kursteilnehmer*innen Themen für das Erstellen eines eigenen Explainities aus, recherchierten im Internet nach passendem Bild- und Videomaterial und Tonspuren oder drehten selbst Videos mit dem Smartphone. Während des Produktionsprozesses erstellten wir mit Unterstützung geeigneter Online-Tools eigene Explainities, z.B. zu Abläufen oder Funktionsweisen in "How-to-Videos" oder zu Zeitformen wie dem "Present Perfect" in den Fremdsprachen. Dabei war es spannend zu sehen, welche unterschiedlichen Materialien und Quellen zu einem einheitlichen Film werden können. Ganz einfach ist die Sache aber nicht, es braucht immer mehrere Programme parallel, und das Editing erfordert sehr viel Zeit und Geduld. Trotzdem lohnt sich die Investition in eine solche Produktion, weil diese Lernvideos Sachverhalte glasklar darstellen können. Und wir wissen jetzt auch, wie wir es unseren Schüler*innen beibringen.

 

Job Shadowing

Incoming: Besuch von Liceo Classico „Rinaldo Corso“ aus Corregio, Italien

Besuch von Liceo Classico „Rinaldo Corso“

Vom 11. Bis zum 22. Februar 2019 bekamen wir Besuch von drei Kolleginnen des Liceo Classico Scientifico Linguistico „Rinaldo Corso“ aus Corregio, Italien. Antonella, Annalisa und Silvia waren alle bereits Erasmus+- und Job-Shadowing-erfahren. So profitierten wir nicht nur vom Austausch mit den Italienern sondern erfuhren auch von ihren Erfahrungen in anderen Europäischen Ländern und guten „Best-Practice“-Ideen in ganz Europa. Außerdem unterstützen sie uns Lehrer*innen beim Unterrichten, boten den Schüler*innen authentische Sprechanlässe und berichteten von ihrem schulischen Alltag in Italien.

Hier zeigte sich einmal mehr, was für eine großartige Schul­gemeinschaft wir an der AEO haben. Das gesamte Kollegium unterstützte uns, indem es die italienischen Kolleginnen freundlich in den Unterricht aufnahm und sich bei der Gestaltung des außerschulischen Kultur­programms wie zum Beispiel einem Besuch der Berlinale oder dem Bundestag engagierte. Auch die Schüler*innen machten das Job Shadowing zu einer nachhaltigen Erfahrung, indem sie für Interviews und zum Austausch auch außerhalb des Unterrichts zur Verfügung standen, sodass sich unsere Gäste rundum wohl fühlten und vielfältige Einblicke in unseren Schulalltag an der AEO und in die Berliner Lehrerausbildung erhalten konnten.

 

Outgoing: Job Shadowing „Karhula Lukio“ in Kotka, Finnland

Job Shadowing „Karhula Lukio“ in Kotka, FinnlandWir bekamen aber nicht nur Besuch von italienischen Kolleginnen sondern durften bei einem Job Shadowing in Kotka (Finnland) auch mal wieder Unterricht aus der Schüler­perspektive beobachten. Hier konnten wir bei arktischen Temperaturen in warmen Klassenzimmern sitzen und bei Kochkursen, dem musikalischen Morgen–kreis, Kunst­projekten und „Special Classes“ für Lernende mit besonderem Hilfsbedarf so Einiges lernen. Unser Highlight war der Musikunterricht, in dem unsere Koordinatorin Veronika selbst die blutigsten Anfänger zu Höchstleistungen motivierte. Bei unserer ersten Hospitation kamen wir so in den Genuss einer Schülerband und wurden auch direkt zum Mitmachen animiert. Herr Sternitzke durfte mit seinen Schlagzeugskills beeindrucken, Frau Bronswick musste Finger–fertigkeit an der Gitarre beweisen und Frau Hinz ihr Gesangstalent unter Beweis stellen. Neben den Noten für ein finnisches Volkslied bringen wir ganz viel Begeisterung und praktische Ideen wieder mit nach Hause. Beeindruckt hat uns während des Unterrichts vor allen Dingen die Selbstverständlichkeit der Schüler*innen, selbstständig und selbstbestimmt zu arbeiten und zu lernen. Währenddessen herrschte eine Atmosphäre der ruhigen Geschäftigkeit, die nur von den steuerlich finanzierten Mittagspausen (alle Schüler*innen dürfen kostenlos Mittag essen) unterbrochen wurde. Daneben hat uns auch die Ausstattung der Schule überrascht: digitale Klassenbücher, zwei schuleigene Trainingsküchen und Lerngruppen mit maximal 26 Schüler*innen hätten hier so Manchen neidisch gemacht. Man merkt wirklich, wie sehr die Finnen in ihr Bildungssystem investieren. Darüber hinaus konnten wir selbst Erfahrung im Unterrichten der finnischen Lerngruppen sammeln, was spannend aber auch herausfordernd war. Insgesamt hatten wir durch das Engagement, die Offenheit und Freundlichkeit der finnischen Kolleg*innen eine lehrreiche Zeit und planen bereits einen Rückbesuch.

Job Shadowing „Karhula Lukio“ in Kotka, Finnland

 

Den Erasmus-Bericht 2018/19 finden Sie auch hier zum Download

 

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