Besuch von Don Luigi Ciotti

Am 4. Mai haben viele Schüler und Schülerinnen unserer Schule den bekanntesten und gefährdetsten Priester Italiens - Don Luigi Ciotti - kennengelernt. Don Ciotti ist jemand, der Zivilcourage als Lebensaufgabe versteht, jemand, der sein ganzes Leben dem Schutz der Schwächeren und Bedürftigen, sowie dem aktiven und mutigen Kampf gegen die Mafia gewidmet hat.

Bericht von Leonardo Eleuteri

Don Ciotti: In Deutschland sicher kein bekannter Name, doch in Italien steht er für Widerstand gegen die Mafia. Unangekündigte Interviews mit ihm: undenkbar, da es dank des Personenschutzes nahezu unmöglich ist, seinen Aufenthalt herauszufinden.

Luigi Ciotti wurde am 10. September 1945 in der Nähe von Venedig geboren. 1950 zog seine Familie, in der Hoffnung auf Arbeit, nach Turin. Dort fand der Vater zwar schnell eine Anstellung, doch eine Wohnung hatten sie nicht. So kam es, dass die Familie ihre Anfangszeit in der neuen Stadt in einer Baracke verbrachte.

Diese Kindheit in Armut ist für viele auch der wichtigste Beweggrund für sein Schaffen, noch bevor er zum Priester geweiht wurde. Er gründete die beiden Organisationen Gruppo Abele (1965), die sich zum Beispiel um Drogenabhängige kümmert, und Libera (1996), die dem Kampf gegen die Mafia gewidmet ist.

Seinen „Vortrag“ im Albert-Einstein-Gymnasium fängt er damit an, erst einmal Fragen zu Sammeln um sie dann Stück für Stück abzuarbeiten. Man hat sofort bemerkt, dass dieser Besuch nicht zur eigenen Darstellung diente, sondern darum, so viele von uns wie möglich zu erreichen und seine Prinzipien bei uns festzusetzen.

Seine Erzählung fängt in seiner frühen Kindheit an. Seine Familie lebte zwar in schlechten Konditionen, doch Don Ciotti durfte eine Schule der gehobenen Bevölkerung besuchen. Dies brachte jedoch ein großes Problem mit sich: die Schulkleidung. Da die Eltern schon für die älteren Geschwister die entsprechende Ausrüstung besorgt hatten, war kein Geld mehr für seine Kleidung übrig. Dies teilten die Eltern der Schulleitung mit, die dies akzeptierte, doch natürlich waren die ersten Wochen dort für den jungen Luigi schrecklich. Seine Mitschüler fragten ihn natürlich nach seiner Schulkleidung und Don Ciotti, der sich schämte, leugnete die Armut seiner Familie.

Ein wirkliches Problem wurde dieses „anders-sein“ jedoch, als eines Tages seine Lehrerin mit schlechter Laune in die Schule kam. Er saß ganz vorne, in der ersten Reihe. Die letzte Reihe war nicht ganz bei der Sache und die Lehrerin suchte natürlich den Schuldigen und ihr Blick landete auf dem einzigen der nicht nach Norm gekleidet war: Luigi Ciotti. Dieser akzeptierte aber nicht, dass er verantwortlich gemacht werden sollte und warf mit seinem Tintenbehälter nach der Lehrerin. Es folgte der Schulverweis. Seine Eltern machten ihn zu Hause nicht zwei Köpfe kürzer, sondern brachten Verständnis für ihn auf. Besonders sein Vater verstand, dass er nur so reagiert hatte, um die Ehre seiner Familie zu erhalten. Aus dieser Geschichte lernte er viel über den Zusammenhalt in der Familie und der Gesellschaft.

Er hat uns auch von seiner Jugend erzählt, wie er zum Beispiel auf das Thema Drogen und später Mafia gekommen ist. Und er hat über den Zusammenhang zwischen Armut und Mafia, die meist davon profitiert, gesprochen.

In dem letzten Viertel seines Vortrags ging es dann um die Geschichten von Opfern der Mafia, die uns wahrscheinlich ihre Grausamkeit verdeutlichen sollten. Dies war auch der Part in dem er uns klar machte: Jeder ist involviert und jeder kann helfen, da die Mafia nur durch das stille Zuschauen der Gesellschaft überleben kann.

Bericht von Lukas Galluccio

Il 27 aprile del 2017 la nostra scuola ha avuto il piacere di accogliere Don Luigi Ciotti, il quale ha interagito con i ragazzi, spiegando la sua missione di combattere la criminalità organizzata.

Ma chi è Luigi Ciotti? Innanzitutto non è importante chi sia, ma che cosa fa. I suoi progetti per aiutare adolescenti malavitosi o farmacodipendenti consentono a molti giovani di ritrovare la forza e la possibilità di vivere una vita dignitosa e felice.

Luigi Ciotti è un prete cattolico, nato il 10 settembre 1945 a Pieve di Cadore (Belluno). Nel 1950 si trasferì insieme alla sua famiglia a Torino. Don Ciotti è una persona umile, gentile, sempre occupata ad aiutare altri. Nel 1965, insieme ad alcuni amici, Luigi Ciotti formò il gruppo Abele, occupandosi di aiutare giovani provenienti da ambienti problematici e caduti negli abissi della criminalità. 

Venendo da una famiglia “povera ma dignitosa” come lui stesso ha formulato, fin da piccolo ebbe contatto con persone disperate, maturando il suo modo di vedere la vita e le possibilità da essa concesse.

La persona che definitivamente convinse però Luigi Ciotti ad intraprendere il suo cammino da protettore degli indifesi fu un vecchio medico, caduto in miseria dopo aver ucciso sotto stato di ebrezza la moglie del suo migliore amico, durante un’operazione. Fra don Ciotti e il medico nacque lentamente un’amicizia, basata sul rispettivo rispetto per l’altro.

Un giorno, durante una conversazione su una panchina, il vecchio indica alcuni ragazzi che fumavano nel locale di fronte e dice: “Non ti dovresti occupare di me, ma di quei ragazzi laggiù, che in questa giovane età fumano e si drogano”.

Poco tempo dopo la morte del vecchio medico, don Ciotti, ricordandosi di codesta frase, decise di accontentare il desiderio del suo amico, iniziando numerose campagne in aiuto di molti giovani farmacodipendenti.

Don Ciotti grazie alle sue buone azioni è rispettato in tutt’Italia e cittadino onorario di numerose città italiane.

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