Harald Isenstein: Portätplastik von Albert Einstein

Harald Isenstein wurde 1898 in Hannover geboren, die Familie siedelte aber schon bald nach Berlin über. Ab 1917 besuchte er dort die Kunstakademie (mit Unterbrechung durch den 1. Weltkrieg). In den Zwanzigerjahren war er ein aktiver Teilnehmer am Berliner Kunstleben. 1924 entstand die Porträtplastik Einsteins. 1933 musste Isenstein als deutscher Jude aus Berlin fliehen, er zog nach Dänemark weil seine Mutter aus Kopenhagen kam. 1937-39 schuf er eine Reihe von Porträtskulpturen bekannter dänischer Persönlichkeiten. 1947 wurde er dänischer Staatsbürger. Einstein war ein enger Freund Isensteins. Die Freundschaft kam durch Einsteins Tochter Margot zustande. Das Mädchen hatte an Isensteins Unterricht in der Berliner Kunstschule teilgenommen. Sie bat ihn, den Kopf ihres Vaters zu modellieren.
Einstein und Isenstein liebten es, Geige zu spielen. Wenn sie zusammen waren, wurde musiziert,- in einem Zimmer von anderen nicht hörbar.

Portätplastik von Albert Einstein

Karol Broniatowski: Säulenreihe vor dem Schulgebäude

Säulenreihe vor dem Schulgebäude

Parallel zur Fassade der AEO baut sich am westlichen Ende des Baukörpers ein Teilstück einer neuen Ellipsenlinie durch Anordnung einer Säulenreihe auf. So entsteht an diesem Ort eine Akzentuierung des Gebäudeeingangs sowie ein Zusammenspiel mit der asymmetrischen Lage dieser Funktion. Der Rhythmus der Säulenreihe addiert, beginnend mit neun Säulen von 0,80 Meter bis 6,50 Meter Höhe, fügt der charakteristischen Gebäudenform Dynamik sowie eine zusätzliche räumliche Wirkung hinzu. Linienführung, einfache Säulenform und Herstellung der Säulen aus Beton, als plastisches und räumliches Zusammenwirken mit dem Gebäude, gehen einher mit einer inhaltlichen Inszenierung. Inspiriert durch die Relativitätstheorie Albert Einsteins, wird die scheinbare Gleichzeitigkeit der Erstellung von Säulenreihe und Gebäude überlagert durch eine archäologische Erfahrbarkeit der plastischen Inszenierung.

westliches Ende des Baukörpers

Demetros Anastasatos: Ontologia

"Mein Bildwerk "Ontologia" ist eine ästhetische Veranschaulichung der Metaphysik des Seins; ein Sinnbild der Ordnung, der realen Welt. Bezugnehmend auf die Relativitätstheorie gliederte ich drei Winkel auf einen Kreis, um somit die drei Dimensionen des Raumes und die Zeitkoordinate zusammengefasst als Kontinuum darzustellen. Die Stäbe verbildlichen die Seinsschichten: die Anorganische, die Organische und die des Bewusstseins. Ihre Anordnung entspricht den Formen und Zusammenhängen im Stufenreich der Welt.
Die beiden Kugeln verbunden durch ein rautenförmiges Feld und schwebend eingeordnet symbolisieren das Weltgesetz der Polarität, der Urspannung des Weltseins und Weltgeschehens. Die Plastik "Ontologia" ist also ein Sinnbild der Fundamentalkategorien – Raum, Zeit, Polarität und Seinsschichten."

Demetros Anastasatos, 1960

Plastik Ontologia

Skip Pahler: Faust II.

In der Bibliothek der AEO hängt ein Tafelgemälde des Berliner Malers und Grafikers Skip Pahler, das als Auftragswerk für das Goethemuseum in Weimar entstand. Im Zuge der Neuorganisierung der dortigen Ausstellung wurde das Bild abgehangen und gelangte nach Berlin, an unsere Schule.
Das Gemälde stellte sich der Zielsetzung, die im "Faust II", 5. Akt," Mitternachtsszene", formuliert ist: "Im Weiterschreiten find' er Qual und Glück...". Der Künstler hatte vier Jahre an dem Bild gearbeitet, das, zusammengesetzt aus verschiedenen Metaphern, die Intentionen des Goethemuseums aufzunehmen versuchte. Es ging um die im "Faust" innewohnende Menschheitsdialektik

„Das ist der Menschheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss."

die Pahler bildlich umzusetzen versuchte, indem er Elemente der Welterkenntnis aus der Literatur, bildenden Kunst und Mythologie zu einer Aussage montierte. Dabei aber ist er nicht stehengeblieben, sondern hat die Möglichkeiten und Gefährdungen heutiger Weltsicht und -erkenntnis mit eingebracht. Aus der ersten „Sternwarte" der Welt, dem Turm zu Babel, tasten sich Laserstrahlen ins Weltall, eine Demonstration wird durch die Reaktion in Gestalt eines Mephisto zu manipulieren versucht, und kaum hat der nach Wahrheit suchende Mensch den Gordischen Knoten durchhauen, sich scheinbar ins Freie gekämpft, steht er vor neuen - lebensentscheidenden Menschheitsfragen: Zitate von Einstein oder Brecht sind dafür ins Bild montiert.
In seiner expressiven Farbigkeit und emotionalen Aussagekraft war das Bild ein gelungener Schlusspunkt des damaligen Museumsrundgangs in Weimar und Beispiel des geglückten Zusammenwirkens bildender Kunst und Literatur. Bedauerlicherweise wurde dieses Kunstwerk schon weit vor der Schließung des damaligen Goethemuseums als "unpassendes" - weil politisches - Exponat entfernt - Ausdruck einer insensiblen konservativen Haltung „neuer" Museums- macher. Dieses Bild kann jetzt von Schülern unserer Schule betrachtet werden und greift so zeitgemäß - ganz nach seiner Art - demokratisch in den Prozess der Welterfahrung junger Menschen ein, regt an und auf und kündet von der Aktualität künstlerischer Auseinandersetzung mit Weltliteratur. Ein Glück für uns, dass Weimar - Europäische Kulturstadt 1999 - die Größe fehlte, ein Bild auszuhalten.

Tafelgemälde von Skip Pahler

Matthias Hollefreund: TIME - LINE

Die Skulptur TIME – LINE von Matthias Hollefreund befindet sich seit August 1999 auf dem Schulhof der AEO.
Der Künstler beschreibt sie so:
Die Skulptur ist 1981 entstanden als Ausdruck der Spannung um die Stadt Berlin ebenso wie als Ausdruck der Vergänglichkeit (Zeitlinie). Die "Zeitlinie" ist eine in den Cortenstahl gefräste Linie, die im Laufe der Zeit wieder zurostet. Ausdruck für die Spannung ist die gespannte Stahlplatte, die durch Tau und Spannschloss zusammengehalten wird. Würde man das Stahltau kappen,so würde die Platte auseinanderschnellen. (Aus Sicherheitsgründen werden die beiden äußeren Enden der Platte mit Stahlankern in einem Fundament befestigt. Bei der Aufstellung im Messegelände war die Platte auf diese Weise im Boden verankert, so dass ein Kappen des Taues unbedenklich gewesen wäre.) Die silberne Linie ist das Zeichen für die Vergänglichkeit. Sie verschwindet je nach Standort in etwa 15 Jahren. Danach müsste sie wieder geöffnet werden, um das Werden der Vergänglichkeit wieder sichtbar zu machen. Die Figur ist der Lebendabguss eines Modells (Punkerin). Dieser Abguss verändert sich nicht mehr im Gegensatz zur "TIME-LINE". Die Skulptur möchte Ausdruck sein des Vergänglichen und Unvergänglichen, von Moden und unvergänglichen Moden.

Hollefreund

Matthias Hollefreund Januar 1999

Hollefreund: TIME - LINE

Zbigniew Fraczkiewicz: "Wir vom XX. Jahrhundert"

Am 9.Mai 2001, in der Europawoche des Jahres 2001, erlebten auf dem Schulhof des Albert-Einstein-Gymnasiums Schülerinnen und Schüler eine feierliche Stunde: Die große Plastik "Wir vom XX. Jahrhundert" wurde in Anwesenheit des Künstlers, Zbigniew Fraczkiewicz aus Szklarska Poreba im polnischen Teil des Riesengebirges, enthüllt. Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen dieser Schule erlebten mit ihren Gästen, zu denen auch der Bezirksbürgermeister des Bezirks Neukölln gehörte, eine wahrlich europäische Stunde: Aus Krakau, Prag und Turin waren Schulklassen von Partnergymnasien anwesend.
Die Plastik "Wir vom XX. Jahrhundert" schuf Zbigniew Fraczkiewicz im Rahmen eines europäischen Bildhauer- Symposiums 1999 in Thüringen - den Transport nach Berlin besorgte ein Freund der Schule. Zbigniew Fraczkiewicz hat diese Plastik als Leihgabe diesem Gymnasium bewusst überlassen: Das Schulprofil 'Musischer Schwerpunkt' bestimmt die Unterrichts- und Erziehungsarbeit, die neben aller Fächervielfalt das Ziel der Vermittlung europäischer Kompetenz verfolgt. So hat das Albert-Einstein-Gymnasium den Wunsch, großherzige Sponsoren mögen durch ihren Beitrag den Erwerb dieser aussagestarken Skulptur realisieren.
Am 13. Mai 2004 wurde die Skulptur feierlich verabschiedet, um zur Sculpture Grande 04 nach Prag zu reisen. Die Großplastik stand auf dem Prager Wenzelsplatz und auf dem Rathausplatz in Wroclaw (Breslau). Ein Jahr später, am 13. Mai 2005, um 12 Uhr kehrt sie zu uns zurück - Anlass genug, sich mit Musik und Gästen über 60 Jahre Europa zu freuen und dann die Pfingstferien zu genießen.

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Hans Goetsch: Schneelandschaft am Fennpfuhl

Biografie:

1892 geboren in Gartz (Oder)
1907 Umsiedlung nach Berlin
1914-19 Abendkurse in grafischen Techniken an der Kunstgewerbeschule
1916-18 Militärdienst
1912-58 Tätigkeit als Versicherungsstatistiker
1927 Umzug von Kreuzberg in die Hufeisensiedlung, dort Bekanntschaft mit Erich Mühsam und Heinrich Vogeler
1945-1958 Kunsterzieher an der Albert-Einstein-Oberschule
1951 Mitglied der Künstlervereinigung "Der Ring"
1973 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz
26.5.1981 gestorben in Berlin

Zum künstlerischen Werk:

"Der Künstler Hans Goetsch registriert das Karge, die spröde Schönheit der Flussufer, die Häuserzeile mit den leer stehenden Fensteraugen, die Gleisanlagen der Güterbahnhöfe, die Lastkähne im Hafen" (Kunstkritiker Hans Buesche)
Als Künstler ist Goetsch Autodidakt und malte und zeichnete stets neben seiner beruflichen Tätigkeit. Trotzdem hatte er viele Kontakte zu anderen Künstlern und beteiligte sich regelmäßig an Gruppenausstellungen. In seinem ca. 3000-4000 Bilder umfassenden Werk von meist großformatigen Blättern schuf er ausschließlich Landschaften und Stadtlandschaften. Diese entstanden aufgrund von Naturbeobachtungen stets im Freien. Ein wichtiges Thema war für ihn die Darstellung der Zerstörung Berlins: so existieren ca. 200 Blätter mit Ruinenfeldern. Hans Goetsch entwickelte seine Vorliebe für die Darstellung des Wechsels der Jahreszeiten, besonders vom Herbst zum Winter bzw. vom Winter zum Frühling. Dementsprechend ist die Farbigkeit seiner Bilder eher verhalten und düster. Er arbeitete hauptsächlich mit Kohle und Wasserfarben, ab 1958 dann mit Wachskreiden.
Die Zeichenlehrerstelle an der Albert-Einstein-Oberschule wurde ihm anlässlich seiner ersten Einzelausstellung in der Hufeisensiedlung 1945 angeboten.

Schneelandschaft am Fennpfuhl

Im Jahr 2003 gestiftet von Regina Rahne, geb. Hoppe, Abiturjahrgang 1958


Thierry Noir - ein Mauerkünstler

Ein französischer Graffitikünstler, der als Mauermaler bekannt wurde, entwarf und gestaltete die Dekoration und vor allem die Preise für die "SFB School Finals Berlin" - unten der Preis für die Schulmannschaft der AEO. Er ist ein Künstler, dessen Kunstwerke so entstehen, wie Streetball gespielt wird: schnell und dynamisch.
Thierry Noir wurde 1958 im Lyon geboren. Im Januar 1982 kam er, inspiriert von der Musik von David Bowie, Lou Reed und Iggy Pop, "mit zwei Koffern" nach Berlin. Als einer der ersten Mauermatadore begann Noir im April 1984 gemeinsam mit dem Künstler Christophe Bouchet, Bilder und Graffitis auf die Berliner Mauer zu malen, um die "rauhe Blässe des antifaschistischen Schutzwalls zu verzieren".